Notgemeinschaft Steinhuder Meer e. V.

1973 wurde die Notgemeinschaft Steinhuder Meer auf Initiative der Wettfahrtvereinigung Steinhuder Meer gegründet. Aktueller Anlass war, dass Planungen bekannt geworden waren, nach denen u. a. vor dem Steinhuder Ufer ein Wall aufgeschüttet werden sollte, um darauf die Tagesbesucher ans Wasser führen zu können.

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Spontan taten sich viele Nutzer, Anlieger und Freunde des Steinhuder Meeres zusammen und brachten innerhalb weniger Wochen über 30.000 DM auf, um mit Hilfe von Fachleuten und Wissenschaftlern den behördlichen Planungen wirksam entgegentreten zu können. Die massive Publikationskampagne mit einem "9-Punkte-Programm" war nicht nur argumentativ überzeugend; auch diese Bürgerinitiative zur Erhaltung des Steinhuder Meeres war so zwingend, dass die beteiligten Behörden ihre ursprünglichen Absichten nicht weiterverfolgten.

Seit 1979 hat die Notgemeinschaft ihr Bemühen um eine ausgewogene Erhaltung der Nutzungen wie Fischerei, Segelsport und Fremdenverkehr satzungsmäßig verankert und sich nicht nur an der Finanzierung von wissenschaftlichen Arbeiten beteiligt, sondern zu gegebener Zeit auch Gegenanalysen ausarbeiten lassen, wenn Zweifel an den behördlichen Thesen wie z.B. an der Schwermetallbelastung des Schlammes angebracht waren.

Heutige Aufgaben im Wandel

Während sich die Notgemeinschaft in den ersten 23 Jahren seit ihrer Gründung im wesentlichen auf die Durchsetzung seglerischer Interessen konzentriert hatte, ist sie seit 1997 unter dem Motto "Für die Menschen am Meer" reformiert worden. Ihrer Aufforderung, der Notgemeinschaft als korporative Mitglieder beizutreten, sind inzwischen fast ausnahmslos alle betroffenen Gruppierungen und Vereine gefolgt. Damit vertritt sie eine große Zahl von Bürgern, über deren berechtigte Forderungen sich die etablierten Parteien nicht so ohne weiteres hinwegsetzen können.

Denn die Erkenntnis hat sich durchgesetzt, dass nur die Gemeinschaft aller Nutzer politisch etwas erreichen kann, nachdem die 1992 auf Initiative des Nds. Landtages ins Leben gerufene "Projektgruppe Steinhuder Meer" unter der Federführung der Bezirksregierung ihr vorgegebenes Ziel verfehlt hat, die beabsichtigte Ausgewogenheit zwischen Naturschutz und Nutzungen zu erarbeiten.

Die seit 30 Jahren geforderte Entschlammung durch Herausnahme des Schlamms kommt nur sehr zögerlich in Gang und die ebenfalls geforderte Wasserstandsanhebung zur Verbesserung der ökologischen Verhältnisse im Steinhuder Meer scheitert unverständlicherweise immer wieder an allen möglichen bürokratischen Hürden. Ganz abgesehen von dem seit Jahren eingeführten Winterfahrverbot, das sich als eine weitgehend überzogene Maßnahme erwiesen hat.

Dies alles erfordert weiterhin die Präsenz der Notgemeinschaft und die ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer Vertreter, wenn verhindert werden soll, dass die historisch gewachsenen Nutzungen über Gebühr eingeschränkt werden.